„Wir dürfen optimistisch sein“

Bürgermeister Dr. Henning Vieker schaut im Interview auf das Jahr 2022

16.02.2022, 10:13 Uhr

In der aktuellen Ausgabe unseres Magazins DIE BRÜCKE zum Bürger nimmt Bürgermeister Dr. Henning Vieker Stellung zu aktuellen Themen in Espelkamp.

DIE BRÜCKE: Die ersten Wochen des neuen Jahres liegen hinter uns. Wie schauen Sie auf 2022?

Henning Vieker: Es gibt einiges, worauf ich mich freue – zum Beispiel den langersehnten Start des Breitbandausbaus oder die Eröffnung des neuen Waldfreibades. Unterstützt durch das Land NRW kann es derzeit auf einen modernen Stand gebracht werden. Was ich derzeit an Rückmeldungen aus der Wirtschaft bekomme, gibt mir zusätzlich Zuversicht. Vielen Unternehmen geht es trotz Corona gut oder sehr gut. Das Autohaus Buschmann eröffnet zum Beispiel bald ein weiteres Gebäude. Ich denke: Wir dürfen im Großen und Ganzen optimistisch sein. 

Gilt dieser Optimismus auch in Hinblick auf die Corona-Pandemie?

Wir sehnen uns alle nach normalem Leben und dem Ende der Pandemie. Leider zeigt die Lage: Leichtfertig dürfen wir nicht sein. Ich werbe hier weiter für die Impfung, sei es Erst- oder Booster. Bei Ihrem Arzt, oder bei einem der vielen Impfangebote, die wir in Espelkamp aufgebaut haben.

Was raten Sie den Menschen?

Schauen Sie auf verlässliche, seriöse Informationen und fragen Sie im Zweifel nach! Was auch hier vor Ort an Falschbehauptungen über das Virus und die Impfungen verbreitet wird, ist hanebüchen. Unsere Ärzte beraten! Ein paar meiner Favoriten: Ich sei nicht geimpft, ich würde an jeder Impfung Geld verdienen oder meine Frau Antje sei Russlanddeutsche. Ich weiß nicht, was daran schlimm wäre, aber gelegentlich wird es dann noch mit „und ist in einer streng-konservativen Freikirche“ verbunden. Das sind nur drei Beispiele von falschen Gerüchten, die mir zu Ohren gekommen sind.

Was wünschen Sie sich für das Jahr 2022?

Ich wünsche mir einfach, dass wir solidarisch miteinander sind und zusammenhalten. Wir müssen uns auch nach der Pandemie weiter in die Augen schauen können. Espelkamp ist eine tolle Stadt, wir sind erfolgreich und haben viel zu bieten.

Vor Weihnachten hat der Rat den Haushalt verabschiedet. Was sagen Sie zum beschlossenen Zahlenwerk?

Mein Anspruch ist es, Espelkamp zu gestalten und in eine gute Zukunft zu führen. Dem trägt der Haushaltsplan Rechnung. Von der Stärkung unserer Infrastruktur über die Modernisierung unserer Sport- und Kulturstätten bis hin zur Ausweisung neuer Wohngebiete und Gewerbeflächen werden mit diesem Haushalt entscheidende Weichen gestellt.

Die Stadt Espelkamp macht in diesem Jahr neue Schulden. Gibt das Grund zur Sorge?

Verlässliche Finanzpolitik bedeutet, immer einen Spagat zwischen Investitionen und Sparsamkeit hinzubekommen. Wir investieren in diesem Jahr viel Geld, das belastet den Haushalt natürlich. Aber einfach alle Investitionen aufzuschieben, ist auch keine Lösung. Nehmen wir nur einmal die Stärkung des Ordnungsamtes oder den Neubau eines Feuerwehrgerätehauses in Gestringen – das sind zum Beispiel zwei ganz wichtige Punkte für die Sicherheit unserer Stadt. Wer weniger investieren will, muss auch sagen, an welchen Stellen er sparen will. Ich baue auf Zukunft.