Henning Vieker fordert Polizeiwache in der Innenstadt

CDU Stadtverbandsversammlung: Vorstandswahlen bei der CDU – Beckschewe bleibt Vorsitzender – Blase, Kittel und Rogalske neue Stellvertreter

26.02.2020

Vom Haus der Geschichte über die Wirtschaftsförderung bis hin zu Thüringen: Die CDU Espelkamp hat sich in ihrer jüngsten Stadtverbandsversammlung einer Vielzahl von Themen gewidmet. Die Wahl des neuen Vorstandes wurde da fast zur Nebensache, obwohl sie die ein oder andere Neuerung bereit hielt.

Neuer Vorstand

Vorsitzender der Espelkamper Christdemokraten ist und bleibt Detlef Beckschewe. Zu seinen neuen Stellvertretern wählten die Anwesenden im Vehlager „Gasthaus Rose“ Anja Kittel, Thomas Rogalske und Meik Blase. Beide bisherigen Stellvertreter Dr. Oliver Vogt und Dr. Henning Vieker waren nicht noch einmal angetreten. Während ersterer dies mit mit seinem neuen Amt als CDU-Kreisvorsitzender begründete, verwies letzterer auf seine Bürgermeisterkandidatur. „Wenn mir die Bürger ihr Vertrauen schenken und ich gewählt werde, möchte ich ein Bürgermeister für alle Espelkamper sein“, erklärte Henning Vieker. „Mir ist es am wichtigsten, alle Gruppen zusammen zu führen und ein gemeinsames Verständnis für unsere Stadt zu schaffen. Das passt nicht zu so einem herausgehobenen Parteiamt.

Die weiteren Mitglieder des geschäftsführenden Vorstandes sind Schriftführer Hartmut Rüter, Pressesprecher Jaroslaw Grackiewz und die Mitgliederbeauftragte Stephanie Fischer. Komplettiert wird der Vorstand durch die Beisitzer Max Grote, Jens Heiderich, Florian Hemann, Wolfgang Mandtler, Friedhelm Meier, Stefan Meinhardt, Ahmet Özcan, Mirco Sander, Gerd Udo Sasten, Marlies Schröder, Marius Schumacher, Dietrich Töws, Wilfried Windhorst und Arthur Wall.

Blick nach Thüringen

In seiner Rede schaute Detlef Beckschewe nicht nur auf die Espelkamper Themen, sondern fand auch klare Worte zur Ministerpräsidentenwahl in Thüringen. Beckschewe sprach diesbezüglich von „zwei Tabubrüchen“ und meinte damit die gemeinsame Sache der Thüringer CDU-Landtagsabgeordneten mit AfD und Linken. „Das kann man so nicht machen – weder mit den einen noch mit den anderen.“

Doch zurück nach Espelkamp: Beckschewe hatte sich für seinen Rechenschaftsbericht noch einmal die Wahlprogramme von 2009 und 2014 hervorgeholt und konnte mit Stolz sagen, im Grunde alle Punkte umgesetzt zu haben. „Wir haben seit 1999 die absolute Mehrheit inne und Espelkamp hat sich in dieser Zeit exzellent entwickelt. Deshalb lautet unser vorrangiges Ziel, die absolute Mehrheit zu halten.“ Für den Wahlkampf wünscht sich Beckschewe klare Plakatierungsregeln und, dass man mit den anderen Parteien zu einer Einigung kommt. „Es sollte keine Materialschlacht geben. Es geht auch um Ressourcen-Schonung.“

Positive Entwicklung in Espelkamp

Noch-Bürgermeister Heinrich Vieker ging unter anderem auf die Wirtschaft ein („Wenn ein Bereich mal wackelt, gehen wir nicht direkt in die Knie“), schaute aber vor allem auf seine persönliche Zukunft. Er freue sich auf die neue Zeit, auf Reisen mit seiner Frau und darauf mal das zu machen, „was zuhause so liegen geblieben ist“. „Leserbriefe werde ich definitiv keine schreiben oder Ratschläge von der Seitenlinie geben.“

Auch Fraktionsvorsitzender Wilfried Windhorst lobte die Entwicklung in der Stadt, sprach von den vielen Arbeitsplätzen und den gesunkenen Schulden. „Die CDU steht auch grundsätzlich zum Haus der Geschichte, solange die Folgekosten im Rahmen sind.“ Vor allem beim Klima- und Umweltschutz sieht er ein Vorankommen – von der Fernwärme über Fassadendämmung bis hin zur Eigenstromerzeugung und vierten Reinigungsstufe im Klärwerk. „Das hat längst nicht jeder“, so der Fraktionschef. 

„Aber wir werden nicht für das gewählt, was wir gemacht haben, sondern für das was wir vorhaben“, sagte Windhorst und gab damit letztlich die Überleitung für Bürgermeisterkandidat Henning Vieker. Der ging an dem Abend auch auf das Thema der Inneren Sicherheit ein: „Espelkamp ist faktisch eine sichere Stadt, vor allem wenn wir schauen, von wo wir kommen.“ Bei der Zuhör-Tour der CDU sei jedoch mehrfach der Wunsch nach einer stärkeren Präsenz geäußert worden. „Wir wollen die Polizeiwache in der Stadt halten. Da das jetzige Gebäude abgängig ist, kann ich mir aber auch sehr gut vorstellen, die Wache stärker in die Stadtmitte zu holen, vielleicht sogar direkt ins Rathaus, um Sicherheit sichtbar zu machen.“

Außerdem nutzte die CDU die Versammlung noch zur Ehrung langjähriger Mitglieder. Dieter Leuschner kann auf 50 Jahre in der CDU zurückblicken, Christa Klingel ist seit 25 Jahren Mitglied.