Klimaschutz in Espelkamp

Reduzierung der Kohlenstoffdioxid Emission um 89 Prozent

21.04.2020

Weitgehend unbeachtet in der Öffentlichkeit wurde in den vergangenen Jahren konsequent das Energiekonzept Fernwärme umgesetzt. Im Espelkamper Industriegebiet wird durch die „Mittwalder Energie“ das Biogas für die Fernwärme aus regionalen Rohstoffen erzeugt.

Dabei werden die Substrate unter Ausschluss von Sauerstoff durch Bakterien abgebaut. Anschließend wird das Biogas in einem Gasspeicher für die weitere Verwendung gespeichert. Die „Mittwalder Energie“ unterstützt für die Erzeugung des Biogases die regionale Wertschöpfungskette.

Das Kernstück des Energiekonzeptes ist die Erzeugungsanlage, das ehemalige Blockheiz-Kraftwerk (BHKW), zwischen Waldfreibad und Atoll. Bereits 2010 wurde eine kleine Nahwärmeinsel gebaut: Zunächst wurden ausschließlich öffentliche Gebäude wie das Schulzentrum, das Freibad, das Atoll, das Bürgerhaus und das Rathaus angeschlossen. Als die Biogasanlage später hinzukam, wurde die Erzeugungsanlage aus- und umgebaut. Der Einsatz von Erdgas wurde durch einen Spitzenlastkessel möglich. Neben seiner Aufgabe als „Feuerwehr“ in Zeiten erhöhten Wärmebedarfs hilft dieser Spitzenlastkessel das Verhältnis von Heizleistung und Betriebsstunden zu beeinflussen. Denn durch den Einsatz eines Spitzenlastkessels lassen sich die Betriebsstunden des Hauptkessels dem technischen Optimum anpassen. Ein Wärmespeicher rundet die Erzeugungsanlage ab. 

In Kooperation mit der Aufbaugemeinschaft Espelkamp wurde zunächst die Burano-Siedlung an das Fernwärmenetz angeschlossen, später kamen der Graudenzer und der Thorner Weg hinzu. Schließlich konnten die Stadtwerke eine Fernwärme-Ringleitung erstellen und von dort die Stichstraßen anbinden. Zukünftig soll ein energieeffizientes Fernwärmenetz für die gesamte Kernstadt aufgebaut werden. 

Die „Energie-Management-GmbH“, ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Espelkamper Stadtwerke, soll den Anteil von Kraft-Wärme-KopplungsK - Wärme auf mindestens 75 Prozent erhöhen. 

Die ökologischen Vorteile der Kraft-Wärme-Kopplung liegen auf der Hand. Während man bei konventioneller Technik einen Großteil der Energie verschwendet, wird diese so noch sinnvoll genutzt. Damit können rund 35 % der Rohstoffe eingespart und CO2-Emissionen vermieden werden.

Bis Ende 2020 werden mit 1.000 Wohnungen rund ein Drittel des Gesamtbestandes der Aufbau-Wohnungen an das Fernwärmenetz angeschlossen. Die Gesamtfläche beträgt beeindruckende 75.000 Quadratmeter.

Der nächste Baustein wird das „Quartierskonzept Gabelhorst", dass jetzt erarbeitet und anschließend umgesetzt werden soll. Hier können potenziell weitere 475 Wohneinheiten angeschlossen werden. Einschließlich dem Nachbarschaftszentrum Erlengrund, sowie über 200 Einfamilienhäusern mit hohem Wärmebedarf, wird auch eine Neubausiedlung in dem Konzept berücksichtigt, in der eine eigene dezentrale Heizzentrale errichtet wird.

Mit der Umsetzung des Gesamtkonzepts wird der Anteil von Kohlenstoffdioxid-Emissionen um 943.000 Kilogramm pro Jahr verringert, dies entspricht etwa 89 Prozent. Damit ist die Stadt Espelkamp einmal wieder ein Vorreiter – auch in Sachen Klimaschutz. 

Der Text ist ein Auszug aus der Osterausgabe 2020 unseres Stadtmagazins "DIE BRÜCKE". Die ganze Ausgabe finden Sie hier.